12. Oktober 2026
Konferenzbericht der Biofouling-Management-Konferenz 2026 - Klimaschutz und Meeresschutz
Das Norderneyer Institut für Antifouling der Firma Dr. Brill + Partner (DBP) hat zum dritten Mal gemeinsam mit dem Maritimen Cluster Norddeutschland (MCN) und der Initiative GreenShipping Niedersachsen sowie dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) die Biofouling-Management Konferenz auf Norderney organisiert. Auch der Deutsche Seglerverband DSV und der Deutsche Motoryachtverband DMYV waren erneut mit „im Boot“. Über 50 Experten aus Industrie, Forschung, Verbänden und Behörden nahmen an der zweitägigen Veranstaltung teil, die passenderweise im Hafenterminal der AG Reederei Norden-Frisia stattfand.
In den 21 Vorträgen und anschließenden Diskussionen ging es darum, wie die Schiffs- und Bootsrümpfe besser vor Biofouling geschützt werden können, um eine damit verbundene Reibungs- und damit Treibstoff- und CO2-Erhöhung zu verringern, ohne die marine Umwelt unnötig zu belasten. Selbst ein unscheinbarer Biofilm auf den Rümpfen führt schon zu einem deutlichen Anstieg. Daher sind Zwischeninspektionen und -reinigungen von Schiffen im Wasser in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus gelangt, um das Ziel der Klimaneutralität für die Schifffahrt bis 2050 zu erreichen. Dazu gab es Vorträge zu den Themen Beschichtungen, Reinigungstechnologien und Regulatorik und die Erkenntnis, dass technisch bereits vieles möglich ist, es aber vielfach daran scheitert, dass die Regeln, wann, wo und wie im Wasser gereinigt werden darf, noch nicht definiert sind. Das BSH und das Umweltbundesamt (UBA) als Bundesbehörden, der Umweltsenat Bremen als Landesbehörde wollen hier Rahmenbedingungen schaffen für die lokalen Behörden vor Ort, denn diesen obliegt es, Reinigungen zu genehmigen.
Dr. Brill + Partner leisten dabei in mehreren Projekten wertvolle Forschungsarbeit:
Die Biologin Soyla Kraus stellte das Projekt BioSHIP vor, in dem mit dem Fraunhofer IFAM, Momentive Performance Materials und der Firma Hydrotox neue Beschichtungen entwickelt werden, die bioabbaubare Substanzen enthalten und dadurch weniger Biozide und Mikroplastik freisetzen. Im Jahr 2027 sollen die aussichtsreichsten Beschichtungen auch auf einer Frisia-Fähre getestet werden.
Dr. Florian Gerland von der Uni Kassel stellte das Projekt LABROID vor, in dem mit DBP ein Reinigungsroboter so weiterentwickelt wird, dass er mittels Kameras und KI-Auswertung während der Fahrt am Schiffsrumpf autark die Bewuchsstärke erkennt und entsprechend reinigt. Für dieses Projekt stellt die Reederei Briese aus Leer Schiffseinheiten zur Verfügung.
Benjamin Emde vom Laserzentrum Hannover stellte das Gemeinschaftsprojekt AquaLas vor, mit dem das Biofouling an Netzen für die Aquakultur durch Laserstrahlung abgetötet werden soll. Die Tests für Freilandanlagen finden bei DBP auf Norderney und für Indoor-Anlagen beim Fraunhofer IMTE in Büsum statt.
Bernd Daehne von DBP betont, dass die Besonderheit der Konferenz auf Norderney der hohe Anteil von Behördenvertretern ist, die ja tunlichst mit im Boot sein müssen, wenn es um regulatorische Aspekte der Unterwasserreinigung geht. Das Maritime Cluster Norddeutschland fasst die Veranstaltung folgendermaßen zusammen: „Nicht jede Frage lässt sich in drei Tagen abschließend beantworten – aber wir haben wichtige Perspektiven zusammengebracht, Themen weiterentwickelt und neue Impulse für die nächsten Schritte mitgenommen. Das ist ein wichtiger Schritt, um beim Biofouling-Management Lösungen zu entwickeln, die von den unterschiedlichen Akteuren mitgetragen werden. Als Maritimes Cluster Norddeutschland stehen wir gerne als Netzwerk bereit, um diesen Dialog weiterzuführen und die Beteiligten miteinander zu vernetzen."
Auch die Teilnehmenden lobten die gelungene Veranstaltung und wünschen sich eine Wiederholung in 2027.
Über die 3. Biofouling-Management-Konferenz haben folgende Organe ausführlich berichtet:
Norderneyer Morgen - Link: hier